Kampagne „antisexistisches kneipen“

Dokumentation des Original-Aufruftexts des Interessen- und Kampagnenbündnis „antisexistisches kneipen“:

* Anlass/Motivation/Ziel

Wieder einmal wurde eine Frau vergewaltigt. Obwohl sie sich schon in ein Taxi gerettet hatte, zerrte der Täter sie wieder heraus – für den Taxifahrer kein Grund zu helfen, er fuhr einfach davon. Sie flüchtete weiter durch die halbe Innenstadt- niemandem schien etwas auffällig genug um zu helfen. Laut Aussage soll die Belästigung schon  in der Kneipe begonnen haben, welche die Frau aus genau diesem Grunde verließ- auch dies schien niemand insoweit zur Kenntnis zu nehmen, als dass geholfen wurde.

Dieser Fall geschah in Göttingen. Er wurde ( zufällig ) publik. Die Frau war so mutig und erstattete Anzeige.  Trotzdem ist so etwas kein Einzellfall.

Deutlich wird hier nur in besonders makaberer  Offensichtlichkeit, dass es (auch) im öffentlichen Raum für Frauen fast unmöglich gemacht wird, sich konsequent zu schützen. Es ist bekannt, das 2/3 aller Vergewaltigungen im sozialen  Nah- bzw. Schutzräumen stattfinden.

Diesen grausigen Vorfall zum Anlass zu nehmen für eine Sensibilisierungskampagne bezüglich der in öffentlichen Räumen beginnenden, bzw. stattfindenden Vergewaltigungen war für uns jedoch ein wichtiges Anliegen.

*Ansatz

Obwohl der gesellschaftliche Konsens Vergewaltigungen nicht gutheißt, steht dies doch in einer krassen Diskrepanz zu der Wahrnehmung und Beurteilung von (erstem) übergriffigem Verhalten gegenüber Frauen sowie der Bereitschaft, diesem Verhalten etwas entgegen zu setzten.

Hier möchten wir ansetzten durch:

a)   Sensibilisierung, Aufklärung, Entmystifizierung  (Bild/Text)

b)   Aufforderung, Ermutigung zu Handeln – Optionen anbieten (Rand)

c)   Opferschutz durch Prävention „Saloon“-fähig  machen (Material: Bierdeckel)

* Material

Bierdeckel:  die Kampagne genau an die Orte bringen, um die es inhaltlich / situativ auch gehen soll.

4 Bildmotive: die genau an der Grauzone ansetzen. Sie sollen die Betrachtenden sensibilisieren und dahingehend nachdenklich machen, wie unklar Situationen eigentlich sein können- Bedrohungssituation oder  Einvernehmen??

Zusammen mit den Anregungen am Rand (von niedrigschwellig bis hochschwellig) des Motive soll den Betrachtenden deutlich werden, dass es sich hier schon um eine Situation handelt, die der Beginn eines weitergehenden Übergriffes sein kann.

Text: soll vermitteln, dass Vergewaltigung oft schon niedrigschwellig beginnt und in der Regel nicht als handlungsrelevant eingestuft wird („Privatsache“, „Flirt“…).

Es soll ermutigt werden, bei der Beobachtung ähnlicher Szenen, die Situation hinsichtlich dieser Möglichkeit (Bedrohung/Gefahr) hin zu überprüfen und sich im Zweifelsfalle zu trauen etwas zu unternehmen.

*Umfang der Kampagne/ weiter Interessierte

Wir streben eine bundesweite Verteilung auf möglichst viele Gaststätten – für die Dauer mehrerer Wochen – an. Anfragen in verschiedenen Städten laufen bereits.

Bei Interesse ist eine Kostenübernahme des Materials notwendig (es sei denn es finden sich großzügige SpenderInnen)

Obwohl unser Konzept  definitiv eine  NO LABEL- Kampagne sein wird, die wir  inhaltlich auch nicht mehr zur Disposition stellen wollen, hoffen wir auf große Nachfrage und Spendenfreude!

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